Im Interview wird ein Mensch gefragt: „Wie haben Sie es geschafft, 105 Jahre alt zu werden?“ Antwort: „Also, geatmet habe ich eigentlich immer.“ Nach einem herzlichen Lachen hat mich der Witz dazu inspiriert, wieder einmal konzentriert einzuatmen. Dabei habe ich gleich auch bewusster gerochen – und festgestellt, dass gelüftet werden muss. Ran ans Fenster – da kam auch gleich ein bisschen Bewegung in meinen Körper – und rausgeatmet. Frische, kühle Luft kam bei mir an. Trockener als ich sie im Herbst erinnere, hat sie meine Nase gekitzelt. „Atme ein – und atme aus!“ hörte ich eine innere Stimme. So einfach kann das Leben manchmal sein. Einatmen und ausatmen und dabei dankbar fühlen, wie sich meine Lungen füllen und entleeren und mich mit Kraft und Frische anfüllen. Das, was mir sonst so selbstverständlich vorkommt, dass ich keinen Gedanken darauf verwende, tut mir jetzt, da ich mich darauf konzentriere, richtig gut und erfüllt mich mit Dankbarkeit: Ich atme, ich lebe.