Wie klingt der „Sound“ Ihres Lebens? Ich denke nicht nur an die Musik, die ich gerne höre, sondern auch Klänge und Geräusche, die guttun. Sind es surrende Reifen eines Rennrads auf dem Asphalt – oder ein dröhnendes Motorrad, das sich in die Kurve legt? Das Plätschern des Paddelschlags im Wasser – oder wenn das Lieblingsgetränk ins Glas eingefüllt wird? Das Rascheln beim Seitenumschlagen beim Lesen auf dem Sofa? Oder das Kinderlachen auf dem Spielplatz? Bei mir wäre es auf zum Beispiel ein sanftes Streichen des Windes über Wiesen und Wälder oder der Fahrtwind, der mir beim Radfahren um die Ohren weht.
Impuls Pfingstzeit 2025
Das Leben hat so viele Klänge, die mir guttun, die mich aufbauen, mich meine Lebendigkeit spüren lassen. Die Pfingstferien, die Wochenenden – das ist für mich die Zeit, dem eigenen Sound des Lebens Raum zu geben. Hinaus in die Natur, hinaus aufs Fahrrad oder in die Wanderstiefel, hinaus auf den Balkon oder die Terrasse.
Natürlich gibt es da im Alltag auch viel Sound, der mich vom Leben abhält, viele Dinge, die einfach zu erledigen sind, Arbeit, die gemacht werden muss. Doch der Sound des Lebens treibt mich an – auch in den Dingen, die mir nicht so leicht von der Hand gehen.
Ein besonderer Sound mischt sich seit dem ersten Pfingstfest vor rund 2000 Jahren in Jerusalem in die Welt und in meinem Leben noch dazu. Die Geistkraft Gottes kommt zu den Menschen. Es ist die Kraft, die begeistert, die lebendig macht, die Glück und Segen spürbar werden lassen – so wie im Sound meines Lebens. Pfingsten ist der Fingerzeig, darauf zu hören, wo das eigene Herz schlägt, wo ich mich lebendig fühle, wo ich mich ganz nahe fühle am Pulsschlag des Lebens.
„Ich lebe – und ihr sollt auch leben.“ (Johannesevangelium 14,19) Diese Worte gibt Jesus den Seinigen mit auf ihren Lebensweg im Wissen, dass er und seine Worte nicht immer vernehmbar sein werden. Mir sagt das: Wo ich mich lebendig fühle, da ist Gott an meiner Seite. Wo ich begeistert einem Hobby nachgehe, da wo mein Herz schlägt, da ist die Geistkraft nicht fern.
Es sagt mir aber auch: Wo ich diese Lebendigkeit nicht spüre, da ist Gott trotzdem da und führt mich zum Leben – auch wenn das erst mal gar nicht danach aussieht. Denn Gott ist auf der Seite des Lebens, des Herzes, der Liebe. Den Sound des Lebens, das was dem Leben dient und mein Herz schlagen lässt – das will ich überall dahin mitnehmen, wo es zu fehlen scheint. Wo der Alltag grau ist, das Krankenbett unbequem und die Tage sich wie Kaugummi ziehen. Wo Kälte das Lachen gefrieren lässt und Lieblosigkeit um sich greift, Grenzen missachtet werden und die Zündschnur kurz ist.
Gott ist da, wo das Leben bejaht wird, wo ich mich lebendig fühle, wo etwas dem Leben dient. Der Sound meines Lebens lässt mich davon etwas spüren. Gottes Worte drängen sich nicht auf, sind manchmal im Gewirr der vielen Lebensklänge kaum wahrzunehmen. Es ist eher ein Klang, der alles durchzieht, eine Melodie, die sich unter und über mein Leben legt. Gottes Sound ist immer dabei. Ihn möchte ich in meinem Leben hörbar werden lassen.
Pfr. Dr. Victor vom Hoff, ev. Erlösergemeinde Mannheim-Seckenheim






