Monatslied
Monatslied März 2026
März 2026: 75
Ehre sei dir, Christe
Dieses kurze, liturgische Lied wird oft in der Passionszeit (vor Ostern) nach der Lesung des Evangeliums gesungen oder gesprochen. Es ist ein direkter Lobpreis an Jesus Christus, der für die Sünden der Menschen gelitten hat. Musikalisch ist es oft als ein kurzes, prägnantes Wechselgesang-Element gestaltet, das die Gemeinde in die Passionsgeschichte hineinnimmt. Es dient als Antwort auf die Verkündigung.
MonatsliedFebruar 2026
Februar 2026: +94
Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, habe ich die Erinnerungen an unser erstes gemeinsames Gemeindefest, der ab Januar neuen Gemeinde, noch ganz frisch vor Augen. Es war schön zu sehen, wie viele engagierte Menschen daran arbeiten, dass wir in Zukunft unseren Weg mit Gott gemeinsam gehen. Und das führt mich zu unserem Februarlied.
Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder: in unserem Zusammenschluss zu einer Gemeinde, steckt ein großes Potenzial und eine große Hoffnung. Bei unserem Fest hat man schon eine Vorahnung bekommen, dass da einiges möglich ist. Und unser Monatslied sagt es ja auch: Wo wir dich loben, entstehen neue Lieder, leuchten neue Farben, breitet sich neuer Segen aus. So lassen Sie uns den Inhalt dieses Liedes nutzen und uns immer in Erinnerung halten, wenn es mal irgendwo knirscht. Wir haben eine gemeinsame Aufgabe: Gott loben. Wenn wir uns daran orientieren, sind wir auf dem richtigen Weg.
Das Lied ist auch der Titel unseres „neuen“ blauen Buches. Dieses Liederbuch ist in zwei Teile gegliedert. In beiden finden Sie die Lieder jeweils in alphabetischer Reihenfolge vor. Der erste Teil geht zurück auf ein früher in einigen Gemeinden gebräuchliches Liederbuch, aus dem die beliebtesten Lieder übernommen wurden.Unser Monatslied ist der Abschluss des Teils. Im zweiten Teil wurden weitere neue Lieder, die gerne gesungen werden, eingefügt.
Lassen Sie uns gemeinsam daran wirken, dass in unserer Gemeinde immer weiter neue Lieder wachsen können.
Monatslied Januar 2026
Januar 2026: EG 34
Halleluja! Freuet euch, ihr Christen alle
Für den Januar habe ich ein Jubellied ausgesucht. Hier wird gejubelt, und zwar richtig! Nicht verhalten und gesittet, sondern überschwänglich und ohne Ende. Das werden Sie beim Singen merken. Das Lied hat eine besondere Struktur: es gibt zwei Kehrverse.
Zum Beginn und nach der letzten Strophe wird ein Halleluja-Refrain gesungen. Der Text besteht einzig und allein aus dem Jubelruf „Halleluja“. Dieser bedeutet so viel wie „Lobet Gott!“. Dieser Rahmenvers ist im 3/4 -Takt geschrieben. Die Zahl drei hat in der Musik die Bedeutung von Harmonie, Vollkommenheit und im christlichen Zusammenhang von Trinität (Dreieinigkeit Gottes). Das Symbol in der Notation war früher deshalb ein Kreis. Im Gegensatz dazu folgen die Strophen im 4/4-Takt. Der Zahl vier wird das Irdische zugeordnet. Das Zeichen, das den 4er Takt anzeigt, ist auch heute noch gebräuchlich: ein halber Kreis, oft einfach als „C“ geschrieben.
Die Strophen wiederum haben einen weiteren Refrain, der nach jeder Strophe wiederholt wird. „Freude, Freude über Freude…“ Auch hier finden wir die Zahlensymbolik wieder. Bei dreimal „Freude“ und dreimal „Wonne“ in vier Strophen haben wir diese beiden Wörter am Ende des Liedes insgesamt 12-mal gesungen, so wie das Halleluja zu Beginn des Liedes. Durch das viermalige Singen der drei Wörter verbindet sich symbolisch der Himmel („3“) mit der Erde („4“).
Geschrieben wurde das Lied von Christian Keimann 1646. Zwei Jahre vor Ende des 30-jährigen Krieges war den Menschen sicher nicht nach großem Jubel zumute. Umso wichtiger war es Keimann seinen Mitmenschen die Freude über das weihnachtliche Geschenk Gottes bewusst zu machen. Vertont wurde das Lied von Andreas Hammerschmidt ebenfalls 1646.
Lassen Sie uns doch auch im Januar, der nachweihnachtlichen Freudenzeit, in dieses jubelnde Lied einstimmen!
Monatslied Dezember 2025
Dezember 2025: EG 8
Es kommt ein Schiff geladen
Alle Jahre wieder, so kommt es mir vor, grübele ich darüber nach, welches Lied wohl das passende für den Dezember sein könnte. Das ist in der Tat nicht so einfach. Im Dezember befinden wir uns zunächst in der Adventszeit, die als Bußzeit gefeiert wird. Also singen wir in der Zeit vor allem Lieder, die eher nachdenklich sind und auf das weihnachtliche Geschehen warten. Erst am Ende des Monats stimmen wir die Weihnachtslieder voller Jubel und Gloriagesängen an. Somit werden die Lieder aus der Adventszeit eher nicht an Weihnachten gesungen und umgekehrt. Nun habe ich mich dieses Jahr mal wieder für ein Lied aus dem Adventsteil des Gesangbuches entschieden: „Es kommt ein Schiff geladen“. Ein Schiff, das war in der Zeit der Entstehung des Liedes (vermutlich im Ursprung schon im 14.Jahrhundert) ein wichtiges Transportmittel für große Strecken, z. B. die Handelsschiffe, die benötigte und sehnsüchtig erwartete Güter aus fernen Landen brachten. Die Menschen warteten oft lange erwartungsvoll auf die Ankunft eines Schiffes. Die Adventszeit ist auch eine Zeit des Wartens, des Wartens auf das Kommen von Gottes Sohn. Das Schiff ist aber auch ein Sinnbild für Rettung. Zum Beispiel die Arche Noah, die uns allen als das große Rettungsboot voller Tiere bekannt ist. Außerdem steht das Schiff für die Verbindung des Irdischen mit dem Himmel. Auf frühen Grabmalen findet man Abbildungen von Schiffen, die symbolisch dem Verstorbenen die Reise in die Ewigkeit erleichtern. In unserem Monatslied wird das Schiff als Metapher für Maria eingesetzt, die hochschwanger das Jesuskind trägt. Im wiegenden 3er Rhythmus fährt das Schiff durch die Wellen. Lassen Sie uns in Erwartung von Weihnachten mit der Geburt von Jesus dieses Lied anstimmen.
Monatslied November 2025
November 2025: +60
In der Stille angekommen
Unser Lied für den November hat das Beten zum Thema. In der Bibel (Matthäus 6, 5-8) gibt Jesus uns eine Hilfestellung:
Wir sollen nicht „wie die Heuchler“ beten.
Also nicht so, dass andere sehen, wie toll wir mit Gott sprechen können. Denn was ich mit Gott zu besprechen haben, geht nur ihn und mich etwas an.
Und Jesus sagt uns, dass wir nicht viel „plappern“ sollen.
Das braucht es auch gar nicht. Denn Gott weiß längst, was wir auf dem Herzen haben.
In den folgenden Versen gibt uns Jesus ein Beispiel an die Hand, wie wir zu unserem Vater, zu Gott, beten sollen. Das Vater unser.
Vielleicht suchen wir uns einen stillen Ort, ob in einem Zimmer, in der Natur, in der Kirche, warum nicht im Auto? Lassen wir die Stille einmal auf uns wirken, hören auf unseren Vater und sprechen dann mit ihm über das, was uns gerade bewegt. Bitten ihn um Hilfe, Beistand oder Segen und sagen Danke für seine Nähe oder etwas, das uns gerade wichtig ist.
In diesem Sinne: In der Stille angekommen….
Monatslied Oktober 2025
Oktober 2025: +2
Aus den Dörfern und aus Städten
Haben Sie schon davon gehört? Eine Einladung zum großen Fest! Das Fest des Glaubens! Wir alle, Sie, Ihr und ich sind angesprochen. Von überall, aus den Hochhäusern mit vielen Wohnungen, aus kleinen Dörfern, wo jeder jeden kennt, oder ohne Dach über dem Kopf - ganz egal. Ob alt oder jung, krank oder gesund, reich oder arm, allein oder zu mehreren – alle sind willkommen!
Das klingt doch großartig, oder? Und was fast noch besser ist, das Zusammensein vieler Menschen führt nicht zu Neid, Streit oder gar Gewalt. Ganz im Gegenteil: jeder achtet auf den anderen. Man hilft sich gegenseitig, teilt und singt, betet und feiert gemeinsam. Denn alle haben das gleiche Ziel: Gottes Liebe zu erleben und an Gottes Freudenmahl teilzuhaben. Sind das nicht tolle Aussichten?
Die Grundlage unseres Monatslieds ist das Gleichnis Jesu vom großen Abendmahl (Lukas 14, 15-24), zu dem die geladenen Gäste alle aus den unterschiedlichsten Gründen nicht kommen wollen. Der Gastgeber lädt daraufhin kurzerhand alle anderen ein: „21 …und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein.“ Und als danach noch immer Platz ist, lädt er auch noch die Menschen von der Straße ein, zu ihm zu kommen. „23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.“
Also, lassen wir uns doch diese Chance nicht entgehen, folgen wir der Einladung Gottes! Er sorgt für uns. Wir müssen uns keine Gedanken um die Zukunft machen. Nur eines dürfen wir nicht verpassen: den Ruf Gottes.
Monatslied September 2025
September 2025: EG 166
Tut mir auf die schöne Pforte
Tut mir auf die schöne Pforte! Dieses Lied ist eins der Klassiker in unserem Evangelischen Gesangbuch. Der Text wurde von Benjamin Schmolck 1734 geschrieben und wir singen es auf eine Melodie von Joachim Neander (1698).
Türen und Tore haben etwas Faszinierendes. Manchmal kann man an der Gestaltung von außen schon erahnen, was sich dahinter verbirgt. Große Tore oder Pforten wirken erhaben. Und wenn man sie durchschreitet, verlangsamt man automatisch seinen Schritt und geht voller Ehrfurcht und Erwartung hindurch. Aber eigentlich braucht man gar nicht diese großartigen Eingänge. Wenn es sich um ein kirchliches Haus handelt, kann es genauso gut die Tür zu einer kleinen Dorfkirche oder dem Gemeindehaus sein. Interessant ist doch eher, was erwartet uns dahinter? Ein stiller, weiter Raum? Oder ein Innenleben, das reich verziert ist? Sind andere Menschen da? Sind wir allein? Haben wir ein Date mit Gott?
Unser Monatslied beschreibt genau diese Situation. Wir kommen zu Gott. Aber sind wir auch bereit, dass Gott zu uns kommen kann? Deshalb bitten wir ihn, dass er uns Ohren und Herzen öffnet, damit wir sein Wort hören und im Glauben an ihn wachsen können.
Monatslied August 2025
August 2025: +122
Du bist der Weg und die Wahrheit
Dem August-Monatslied „Du bist der Weg und die Wahrheit“ liegen einige der „Ich bin“-Worte Jesu zugrunde. Im Johannesevangelium spricht Jesus über sich selbst beispielsweise als das Licht der Welt. Hier in unserem Lied werden die Aussagen umgedreht: „Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben…“ Der Singende spricht also mit Jesus.
Die Aussage des Refrains beinhaltet gleich drei Dinge, die Jesus über sich gesagt hat. Der Weg – Die Wahrheit – Das Leben
In den Strophen wird auf weitere Aussagen eingegangen wie z.B. auf das Brot. Es ist nicht nur etwas, das zu unseren täglichen Nahrungsmitteln gehört, es ist im übertragenen Sinne auch der Glaube an Gott und Jesus. Jesu Worte sind für uns wie Brot, ohne dass wir geistlich verhungern würden.
Lassen Sie uns singend gemeinsam die verschiedenen Aussagen entdecken.
Monatslied Juli 2025
Juli 2025: EG 443
Aus meines Herzens Grunde
Dieses fröhliche Morgenlied weckt uns auf. Mit seinem beschwingten Rhythmus lässt es uns fröhlich und gut gelaunt in den Tag starten. Es ist im 16.Jahrhundert nach der Reformation entstanden. Bis heute ist es ein beliebtes Morgenlied, nicht nur in der evangelischen, sondern auch in der katholischen Kirche.
Der Text ist angelehnt an Luthers Morgensegen. Zunächst wird vom Dank für die behütete Nacht gesungen. In der dritten Strophe schweift der Blick auf den Tag, der allerlei Gefahren bereithalten kann. In den weiteren Versen bittet der Dichter um Gottes Schutz für die Menschen um sich und bittet, dass Gottes Engel stets bei ihm bleiben möge. Beschlossen wird das Lied mit dem Amen, das jedes Gebet beendet und ermuntert frisch in den Tag mit all seinen Aufgaben zu starten.
Lassen Sie uns auch nach der Nacht morgens fröhlich mit diesem Lied starten!
Monatslied Juni 2025
Juni 2025: + 8
Bist zu uns wie ein Vater
Das Lied, das uns durch den Juni begleiten wird, ist an das Vaterunser angelehnt. Es wird in jedem Gottesdienst gesprochen und verbindet die Christen weltweit.
In der Bergpredigt (Mt 6, 9-13) bringt Jesus selbst es seinen Jüngern bei: „Darum sollt ihr so beten:…“
Das Lied stellt neben dem Inhalt des Vaterunsers auch das Lob Gottes in den Mittelpunkt. Durch den Refrain wird das Lob nach jeder Strophe wiederholt und bekommt dadurch Gewicht.
In der Bergpredigt (Mt 6, 9-13) bringt Jesus selbst es seinen Jüngern bei: „Darum sollt ihr so beten:…“
Das Lied stellt neben dem Inhalt des Vaterunsers auch das Lob Gottes in den Mittelpunkt. Durch den Refrain wird das Lob nach jeder Strophe wiederholt und bekommt dadurch Gewicht.
Monatslied Mai 2025
Mai 2025: + 77
Singet fröhlich unserm Gott
Endlich ist wieder alles grün, Blumen blühen, die Vögel singen morgens in der Frühe und abends ihre Lieder. Es ist wieder warm, wir können das Leben draußen genießen. Der kalte, trübe Winter ist erstmal vergessen. Alles ist wieder leicht und unbeschwert.
Ist das nicht ein guter Grund, um Gott ein Danklied zu singen? Unser Monatslied fordert uns eindringlich dazu auf. Singet! Lobet! Rühmet! „Lasst das Lob erschallen.“
Aber es ist nicht nur ein einfaches Lob- und Jubellied. Wir bekommen auch konkrete Aufträge. Zunächst sollen wir die gute Nachricht weitersagen: „Ruft es froh einander zu: Gott ist gut zu allen.“ Im zweiten Vers fordert der Liederdichter uns auf, Gott zu zuhören. Aber wir dürfen Gott auch sagen, was wir auf dem Herzen haben. Ob das nun die Freude über seine wunderbare Schöpfung ist oder auch Sorgen, die uns bedrücken (Strophe 3). Denn wer zu Gott kommt, der findet bei ihm immer ein offenes Ohr („Sagt es weiter: Wer es will, der wird angenommen.“).
Und das ist wiederum auch ein guter Grund zum Jubeln…
Ist das nicht ein guter Grund, um Gott ein Danklied zu singen? Unser Monatslied fordert uns eindringlich dazu auf. Singet! Lobet! Rühmet! „Lasst das Lob erschallen.“
Aber es ist nicht nur ein einfaches Lob- und Jubellied. Wir bekommen auch konkrete Aufträge. Zunächst sollen wir die gute Nachricht weitersagen: „Ruft es froh einander zu: Gott ist gut zu allen.“ Im zweiten Vers fordert der Liederdichter uns auf, Gott zu zuhören. Aber wir dürfen Gott auch sagen, was wir auf dem Herzen haben. Ob das nun die Freude über seine wunderbare Schöpfung ist oder auch Sorgen, die uns bedrücken (Strophe 3). Denn wer zu Gott kommt, der findet bei ihm immer ein offenes Ohr („Sagt es weiter: Wer es will, der wird angenommen.“).
Und das ist wiederum auch ein guter Grund zum Jubeln…
Monatslied April 2025
April 2025: EG 560
In der Welt habt ihr Angst
Der Text dieses Kanons steht im Johannes-Evangelium (Joh 16, 33). Er bildet den Abschluss der Abschiedsrede Jesu an seine Jünger, bevor sie in den Garten Gethsemane gehen und die Kreuzigung bevorsteht.
Auch uns kann dieser Vers in sehr vielen Situationen helfen. Jesus zeigt uns, dass er uns versteht. Er weiß, dass wir in unserem Alltag immer wieder vor Problemen stehen, die uns Angst machen. Aber er spricht uns Mut zu: „Seid getrost!“ Denn egal, wie bedrohlich eine Situation sein mag, letzten Endes hat Jesus alles überwunden. Er wird uns aus unseren Ängsten retten und uns zu sich holen.
Der Kanon, der im Regionalteil Baden unseres Gesangbuchs steht, verwendet musikalisch ein starkes Bild: der erste Textteil „In der Welt habt ihr Angst“ erklingt auf einem Ton, als Sinnbild für das Vor-Angst-Erstarrtsein. Erst im zweiten Teil („aber seid getrost“) löst sich diese Starre allmählich auf. Der dritte Teil „ich habe die Welt überwunden“ verwendet den Anfang des bekannten Osterliedes „Christ ist erstanden“.
In der Aufnahme auf der Homepage finden Sie diesen kleinen Liedvers zunächst einstimmig und dann mehrstimmig gesungen vor. D.h. die verschiedenen Gruppen setzen jeweils nacheinander ein.
Auch uns kann dieser Vers in sehr vielen Situationen helfen. Jesus zeigt uns, dass er uns versteht. Er weiß, dass wir in unserem Alltag immer wieder vor Problemen stehen, die uns Angst machen. Aber er spricht uns Mut zu: „Seid getrost!“ Denn egal, wie bedrohlich eine Situation sein mag, letzten Endes hat Jesus alles überwunden. Er wird uns aus unseren Ängsten retten und uns zu sich holen.
Der Kanon, der im Regionalteil Baden unseres Gesangbuchs steht, verwendet musikalisch ein starkes Bild: der erste Textteil „In der Welt habt ihr Angst“ erklingt auf einem Ton, als Sinnbild für das Vor-Angst-Erstarrtsein. Erst im zweiten Teil („aber seid getrost“) löst sich diese Starre allmählich auf. Der dritte Teil „ich habe die Welt überwunden“ verwendet den Anfang des bekannten Osterliedes „Christ ist erstanden“.
In der Aufnahme auf der Homepage finden Sie diesen kleinen Liedvers zunächst einstimmig und dann mehrstimmig gesungen vor. D.h. die verschiedenen Gruppen setzen jeweils nacheinander ein.
Monatslied März 2025
März 2025: EG 96
Du schöner Lebensbaum des Paradieses
Dieses Lied fällt ein wenig aus dem Rahmen. Zumeist sind die Lieder aus dem Kapitel Passion düster und traurig. Es ist von Schuld und Opfer die Rede, teilweise in Worten, die wir heutzutage so nicht mehr verwenden würden.
Unser Monatslied ist anders. Zwar ist die Tonart auch Moll, also vom Klang her traurig, aber die Melodieführung und die Bewegung der Melodie vermitteln doch eher ein freundliches Gefühl beim Singen. Das Lied stammt aus Ungarn und wurde von Dieter Trautwein 1974 ins Deutsche übertragen.
Auch inhaltlich weicht unser Monatslied von der üblichen Gestalt ab.
Der erste Vers verwendet das Bild des Lebensbaumes aus dem Paradies. Der Legende nach legte Adams Sohn seinem Vater drei Samen des Baums mit ins Grab. Daraus wuchs ein Baum, aus dessen Holz das Kreuz geschlagen wurde, an dem Jesus starb.
Nur eine einzige Strophe ist eine typische Passionsstrophe: „Nur unsretwegen hattest du zu leiden, gingst an das Kreuz und trugst die Dornenkorne…“ (Strophe 2)
Die weiteren Verse lenken den Blick von uns zu unseren Mitmenschen in Anlehnung an Jesu Worte am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ ( Lk 23,34) Der Textdichter bittet darum, dass auch wir unseren Mitmenschen vergeben können: „Lieber Herr Jesus, wandle uns von Grund auf, dass allen denen wir auch gern vergeben, die uns beleidigt...“ (Strophen 3+4). Schließlich mündet dieses Lied in einem großen Dank an Gott für die Rettung „der verlornen Menschheit“.
Unser Monatslied ist anders. Zwar ist die Tonart auch Moll, also vom Klang her traurig, aber die Melodieführung und die Bewegung der Melodie vermitteln doch eher ein freundliches Gefühl beim Singen. Das Lied stammt aus Ungarn und wurde von Dieter Trautwein 1974 ins Deutsche übertragen.
Auch inhaltlich weicht unser Monatslied von der üblichen Gestalt ab.
Der erste Vers verwendet das Bild des Lebensbaumes aus dem Paradies. Der Legende nach legte Adams Sohn seinem Vater drei Samen des Baums mit ins Grab. Daraus wuchs ein Baum, aus dessen Holz das Kreuz geschlagen wurde, an dem Jesus starb.
Nur eine einzige Strophe ist eine typische Passionsstrophe: „Nur unsretwegen hattest du zu leiden, gingst an das Kreuz und trugst die Dornenkorne…“ (Strophe 2)
Die weiteren Verse lenken den Blick von uns zu unseren Mitmenschen in Anlehnung an Jesu Worte am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ ( Lk 23,34) Der Textdichter bittet darum, dass auch wir unseren Mitmenschen vergeben können: „Lieber Herr Jesus, wandle uns von Grund auf, dass allen denen wir auch gern vergeben, die uns beleidigt...“ (Strophen 3+4). Schließlich mündet dieses Lied in einem großen Dank an Gott für die Rettung „der verlornen Menschheit“.
Monatslied Februar 2025
Februar 2025: +66
Leben aus der Quelle
Die Quelle des Lebens – oder auch die Quelle des ewigen Lebens – ist eine mystische Vorstellung. Es geht dabei oft um ein Wasser aus einer besonderen Quelle, das dem, der es trinkt, ewige Jugend verspricht.
Das Symbol des Wassers spielt im christlichen Leben eine wichtige Rolle. Denken wir an Johannes den Täufer, der die Menschen im Fluss Jordan taufte. Er sprach über Jesus: „Ich taufe euch mit Wasser; er aber wird euch mit dem heiligen Geist taufen.“ (Mk 1, 8)
Auch heute taufen wir in der Kirche mit Wasser, symbolisch steht das für Tod und Auferstehung, denn durch die Taufe gehören wir zu Jesus Christus. Er hat durch sein Sterben am Kreuz den Tod bezwungen und uns das ewige Leben möglich gemacht. Deshalb sterben wir zwar irdisch, können aber in Ewigkeit in Gottes Reich leben. Somit haben wir die Quelle gefunden und dürfen uns getrost auf die Zusage Gottes verlassen.
Monatslied Januar 2025
Januar 2025: +32
Ein Lied klingt durch die Welt
Der Verfasser unseres Monatsliedes Februar ist Rolf Schweizer (1936-2016). Er begann sein Wirken zunächst in Mannheim an der Johanniskirche, wo er zehn Jahre Dienst tat, bevor er als Bezirkskantor nach Pforzheim wechselte. Dort blieb er bis zu seinem Ruhestand. In dieser Zeit wurde er zum Kirchenmusikdirektor und zum Landeskantor ernannt. Er ist weit über die Grenzen Badens hinaus durch seine Kompositionen bekannt. Im evangelischen Gesangbuch finden sich gleich mehrere Lieder, zu denen er die Melodie schrieb. Z.B.: „Das ist ein köstlich Ding, dem Herren danken“ (EG 285) oder „O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“ (EG 416). Während er bei vielen Liedern einen Psalm oder eine Dichtung vertonte, schrieb er bei unserem Monatslied auch den Text.
Ein Lied klingt durch die Welt… Wie bei Gerüchten, die oftmals schneller die Runde machen als uns lieb ist, verbreiten sich auch Lieder. Aber sie haben den Vorteil, dass sie zwar vielleicht länger brauchen, bis sie verinnerlicht sind, dafür gehen sie direkt ins Herz und in die Seele und hinterlassen dort einen bleibenden Eindruck. So ist das auch mit der frohen Botschaft von Weihnachten: sie geht uns nahe, sie geht ins Herz. Sie ist wichtig für uns Menschen. Wir erfahren, dass Gott uns nicht vergessen hat, uns nicht allein lässt. Er schenkt uns Hoffnung, indem er seinen eigenen Sohn in unsere Welt sendet. Er wird, wie wir, ein schwacher Mensch. Er schlägt die Brücke zwischen Gott und Mensch, zwischen Himmel und Erde.
Helfen Sie mit, dieses frohe Lied in die Welt hinauszutragen!
Ein Lied klingt durch die Welt… Wie bei Gerüchten, die oftmals schneller die Runde machen als uns lieb ist, verbreiten sich auch Lieder. Aber sie haben den Vorteil, dass sie zwar vielleicht länger brauchen, bis sie verinnerlicht sind, dafür gehen sie direkt ins Herz und in die Seele und hinterlassen dort einen bleibenden Eindruck. So ist das auch mit der frohen Botschaft von Weihnachten: sie geht uns nahe, sie geht ins Herz. Sie ist wichtig für uns Menschen. Wir erfahren, dass Gott uns nicht vergessen hat, uns nicht allein lässt. Er schenkt uns Hoffnung, indem er seinen eigenen Sohn in unsere Welt sendet. Er wird, wie wir, ein schwacher Mensch. Er schlägt die Brücke zwischen Gott und Mensch, zwischen Himmel und Erde.
Helfen Sie mit, dieses frohe Lied in die Welt hinauszutragen!
Monatslied Dezember 2024
November 2024: +43
Gloria, Ehre sei Gott
„Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,14)
So klang es nachts bei den Hirten auf dem Feld, nachdem ihnen ein Engel die frohe Botschaft über die Geburt des Erlösers überbracht hatte. Der Text aus der Weihnachtsgeschichte fand seinen festen Platz auch im sonntäglichen Gottesdienst. Im Eingangsteil nach dem „Kyrie“, dem Sündenbekenntnis mit der Bitte um Vergebung, preist die Gemeinde Gott mit dem „Gloria in
excelsis Deo“ („Ehre sei Gott in der Höhe“).
Daran schließt sich in der gottesdienstlichen Liturgie ein gesungener Lobvers an.
Unser Monatslied vereint beides: das Gloria in excelsis und das anschließende Loblied.
Der Refrain wirkt mit seiner aufwärtsstrebenden Melodie (Gloria) auffordernd und
bringt Schwung ins Singen. Er ist leicht zu singen und macht Lust auf mehr. Leider hat dieses Lied nur zwei Strophen. Während die erste noch unmittelbar weihnachtlich ist, gibt die zweite einen Ausblick auf die weitere Geschichte von Jesu Lebensweg.
Lassen Sie uns mit dem Engelchor mitjubeln: Gloria!
Monatslied November 2024
November 2024: +123
Du bist mein Zufluchtsort
Wenn ich als Kind in den Keller gehen sollte, um Wasser oder etwas anderes zu holen, war das so eine Sache. Er war nicht besonders gut beleuchtet und in den dunklen Ecken standen Gegenstände, die nur schemenhaft zu erkennen waren. Und es gab – bitte nicht lachen – Spinnen. Sie fühlten sich dort offenbar sehr wohl. Allerdings konnte ich mich mit ihnen nicht anfreunden. Natürlich musste ich trotzdem die Wasserflasche hochholen.
Das klingt nach einer banalen Situation, aber im übertragenen Sinne kennt das bestimmt jeder von uns. In solchen Momenten hilft es mir, mich an vertrauten Worten „festzuhalten“, sie vielleicht laut zu singen oder auch laut zu sprechen.
In unserem Lied für den November steht ein Satz, den ich sehr passend für solche Gelegenheiten finde: „Ich bin stark durch die Kraft meines Herrn.“ 💪
Versuchen Sie das doch mal! Entweder laut oder auch nur still für sich im Kopf gesungen. In jeglicher Situation, in der Sie Kraft und Mut brauchen. Sie werden merken, dass Gott Ihnen Kraft gibt!
Das Lied ist eigentlich ein Kanon, das bedeutet, man kann es in zwei Gruppen gleichzeitig singen, nur dass die eine Gruppe zeitversetzt anfängt. In der Aufnahme können Sie sich aussuchen, ob Sie nach dem einstimmigen Durchgang bei Gruppe 1 oder lieber bei Gruppe 2 mitsingen wollen.
Monatslied Oktober 2024
Oktober 2024: + 112
Con alegria
Im Oktober wird traditionell das Erntedankfest gefeiert. Die letzten Felder sind abgeerntet, das Obst ist reif und wird gepflückt. Das ist doch ein Grund zum Feiern! Auch oder gerade weil in der heutigen Zeit in den Supermärkten vieles das ganze Jahr in den Regalen liegt und es fast schon selbstverständlich ist, auch Orangen oder Paprika jederzeit kaufen zu können, ist es gut und wichtig, sich einmal darauf zu besinnen, wo Gemüse und Obst eigentlich herkommen. Das Erntedankfest ist dafür eine gute Gelegenheit.
Freudig wollen wir da Danke sagen, dass die Sonne zur rechten Zeit genügend schien und auch der Regen ausreichend fiel. Con alegria - das ist spanisch und heißt : mit Freude. Unser Monatslied vermittelt schon durch den schwungvollen Stil, dass es mit Freude gesungen wird. Es lädt uns ein, in den Dank einzustimmen und führt im Refrain auf die Kernaussage zu:
„Du bist das Leben, darum lasst uns singen, du schenkst Erlösung, darum sind wir frei.“
Monatslied September 2024
September 2024: + 140
Gemeinsam auf dem Weg
Kennen Sie das? Im Kalender steht ein Termin, der unangenehm oder gar schwierig zu werden verspricht. Das allein ist schon keine schöne Aussicht. Aber das Wissen, dass Sie den Termin allein bestreiten müssen, macht es noch schlimmer. Wieviel leichter wäre es doch mit jemandem an der Seite. Nur nicht allein. Und wenn derjenige auch noch größer, stärker, erfahrener oder redegewandter wäre…
Genau darum geht es in unserem Monatslied. Wir sind ja gar nicht allein unterwegs. Egal in welcher Situation, in jedem Fall ist Gott mit dabei. Er ist größer, stärker und redegewandter und noch so viel mehr.
In unserer gemeindlichen Situation ist das vielleicht besonders wichtig, sich das immer wieder in Erinnerung zu rufen. Vor 4 ½ Jahren wurden aus drei Gemeinden die evangelische Gemeinde Rheinau. Auf diesem Weg der Überlegungen und Entscheidungen war Gott mit dabei. Und auch jetzt, wo wieder ein Zusammentun mit anderen Gemeinden ansteht, begleitet uns Gott. Wenn wir ihn lassen, wird Er unsere Schritte auf die richtigen Wege lenken. Beim Abschiednehmen von Liebgewordenem hilft er uns, neue Möglichkeiten und Chancen zu entdecken.
Aber natürlich können wir Gott auch bitten, uns zu führen und uns Mut zu geben, Neues auszuprobieren oder die gegebenen Umstände anzunehmen. Er wird uns zuhören und uns Türen öffnen in eine gemeinsame Zukunft.
Wir können den Weg nur gemeinsam gehen – mit Gott und mit anderen Menschen!
Monatslied August 2024
August 2024: + 15
Dass die Sonne jeden Tag
Das Lied, das uns durch den August begleiten wird, steht im Anhang unter der Nummer 15. Es wurde von Kathi Stimmer-Salzeder geschrieben, und zwar Text und Melodie. In unserem Anhang finden sich noch weitere Lieder, die aus ihrer Feder stammen: „Gloria, Ehre sei Gott“ (Nummer 43) und auch „Du für mich“ (Nummer 127).
Dieses Lied ist vom Text her nicht gerade das typische Morgenlied, wie in den vorangegangenen beiden Monaten. Genau genommen könnte es zu jeder Tageszeit gesungen werden. Es wird aber in der Rubrik der Morgenlieder geführt (im Anhang ganz hinten).
Eigentlich ist es ein Dankeslied. Mit dem Wort „Dass“ werden die Strophen eingeleitet, die dann im Refrain in die Aufzählung münden mit „Dafür danken wir dir Gott…“
In jeder der fünf Strophen beschreibt Kathi Stimmer-Salzeder Situationen, für die wir dankbar sein können.
Nicht nur, dass es jeden Morgen wieder ganz sicher hell wird und damit das Leben überhaupt weitergehen kann, sondern auch, dass wir uns in schwierigen Lebenszeiten getragen fühlen können durch Gott. Denn er weiß um unsere Not. Gott ist in Jesus selbst Mensch geworden und hat unser irdisches Leben mit Höhen und Tiefen, Freundschaft und Ausgegrenzt sein, Freude und Trauer, Zuversicht und Angst durchlebt.
Er ist der Herr über Alles, auch über die Zeit. Er schenkt uns seinen Segen, auch wenn wir gar nicht dafür bereit sind. Und schließlich gibt er uns Gleichgesinnte, in deren Gemeinschaft, es sich besser leben lässt und aus der wir gestärkt neu in unseren Alltag starten können.
Darum: Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst, unsre Freude unser Leid, ja unser Leben!
Monatslied Juli 2024
Juli 2024: EG 444
Die helleDie güldene Sonne
Es ist immer wieder Thema: unsere Sprache. Es gibt viele Gründe, weshalb sich unsere Sprache mit der Zeit verändert. Häufig werden Wörter aus dem Englischen ins Deutsche übertragen und manchmal auch an die deutsche Grammatik angepasst. Zum Beispiel geht man, wenn man im Bahnhof eine Auskunft braucht, zum Servicepoint. Oder oft sieht man in Fußgängerzonen Schilder, die für Coffee to go in einem Back-Shop werben. Aber nicht nur heute ist die Sprache immer wieder ein Diskussionsthema, sondern auch zur Zeit des Dichters unseres Monatsliedes war sie im Wandel.
Philipp von Zesen, der den Text der „Güldenen Sonne“ 1641 gedichtet hat (mit gerade einmal 22 Jahren), war es ein Anliegen, die deutsche Sprache vor fremden Einflüssen zu schützen. Er bediente sich vieler neuer Wortschöpfungen und setzte sich für die Rechtschreibung ein. Das Wort Rechtschreibung ist übrigens eines seiner neuen Wörter, bis dato kannte man nur Orthografie.
Das Gedicht, das nun unser Juli-Lied ist, erschien im Deutschen Helicon 1641, „Darinnen begriffen Allerley Arten und Muster der Deutschen Gerichte…“.
Erst 30 Jahre später wurde es von Johann Ahle mit einer beschwingten Melodie versehen. Es drückt die Frische am Morgen nach einer ausgiebigen Nachtruhe aus und lässt uns, wenn wir es singen, dankbar, fröhlich und voller Tatendrang in einen neuen Tag gehen.
Monatslied Juni 2024
Juni 2024: EG 437
Die helle Sonn leucht jetzt herfür
Unser Morgenlied für den Juni eröffnet nicht nur unseren Monats-Morgenlieder-Reigen, sondern auch im Gesangbuch das Kapitel der Morgenlieder.
Es wurde von Nikolaus Herman kurz vor seinem Tod im Jahr 1560 gedichtet.
Herman war ein Anhänger der Reformation und ein Freund Martin Luthers. Seine Wirkungsstätte war in St. Joachimsthal in Böhmen (heute in Tschechien). Dort war er Kantor und Lehrer an der Lateinschule. Die Lieder, die er schrieb, veröffentlichte er 1560 in einem Buch: „Die Sonntagsevangelia über das Jahr in Gesänge verfasset für die Kinder und christlichen Hausväter“. Unter dem Kapitel „Morgensegen“ findet sich unser Monatslied.
Das Lied greift textlich auf den von Martin Luther geprägten Morgensegen zurück. Dieser ist eine vom Latein ins Deutsche übertragene Tradition aus dem klösterlichen Leben. Mit dem deutschen Text ist es auch dem einfachen Volk möglich, dieses Gebet im eigenen Umfeld zu sprechen. Nikolaus Herman geht indes noch einen Schritt weiter und gibt dem ganzen mit Reimen und Strophen eine Form, die leicht einprägsam ist und gesungen werden kann. In seinem Liederbüchlein werden verschiedene Melodien dafür vorgeschlagen, auf die die „Helle Sonn“ gesungen werden kann.
Im Jahr 1609 wurde von Melchior Vulpius eine eigene Melodie und auch der vierstimmige Satz, der in unserem Gesangbuch zu finden ist, dazu komponiert und in „Ein schön geistlich Gesangbuch“ veröffentlicht.
Versuchen Sie sich doch mal in einer der anderen Stimmen, die im Audio auf der Homepage zu hören sind.
Monatslied Mai 2024
Mai 2024: +158 Ich sage ja
„Ich sage ja“ – stellt ein gesungenes Glaubensbekenntnis dar. In unseren Gesangbüchern gibt es einige Lieder, mit denen sich die Sänger:innen zu Gott bekennen können. Im vergangenen Jahr habe ich Ihnen das Lied „Ich glaube an Gott, den Vater“, auch aus dem neuen Anhang, vorgestellt.
Das vorliegende Lied habe ich für diesen Monat ausgesucht, da wir im Mai die Konfirmation und auch die Jubelkonfirmation feiern wollen. Beides Gelegenheiten, das Bekenntnis zum Glauben an Gott ein wenig in den Mittelpunkt zu rücken.
Ein gemeinsam gesprochenes oder gesungenes Glaubensbekenntnis verbindet uns. Nicht nur in unserer Gemeinde, sondern in ganz Mannheim, ganz Deutschland und in anderen Sprachen auf der ganzen Welt wird es gesprochen oder in verschiedenen Varianten gesungen.
Monatslied April 2024
April 2024: EG 563 Nun werden die Engel im Himmel singen
Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!
So grüßt sich die christliche Gemeinde zu Ostern.
Erinnern wir uns: an Gründonnerstag denken wir daran, wie Jesus im Garten Gethsemane von einem seiner Jünger verraten wurde, von allen seinen Freunden im Stich gelassen und vor Gericht gestellt und gekreuzigt wurde. An Karfreitag schließlich Monatslieder März - April - Mai 35 starb er am Kreuz. Er wurde von den Frauen ins Grab gelegt. Als sie am dritten Tag in der Frühe zum Grab kamen, war Jesus nicht mehr da. Stattdessen berichtet ihnen ein Engel die unglaubliche Botschaft: Jesus lebt! Er ist vom Tode auferstanden!
Ich denke, jeder kann nachvollziehen, was diese Nachricht für einen Freudentanz ausgelöst haben mag. Und wenn man glücklich ist, was liegt da näher als zu singen und zu tanzen? Mit dem April-Lied können wir uns in diese Freude mit hineinnehmen lassen. Es ist schwungvoll im 6/8-Takt geschrieben und verleitet beinahe zum Schunkeln. Am Schluss jeder Strophe wird zusammengefasst, als ob so das Unvorstellbare dadurch greifbarer wird:
„Weil Christus erstanden ist, weil Christus erstanden ist.“
Monatslied März 2024
März 2024: +217 Wir gehn hinauf nach Jerusalem
Der Monat März ist geprägt von der Passionszeit. In dieser Zeit machen wir uns auf den Weg zur Karwoche mit dem Verrat Jesu und der Kreuzigung, an deren Ende die Auferstehung Jesu am Ostersonntag steht. Mit jeder Woche nähern wir uns mehr dem Ereignis. Jesus kennt den Weg, der vor ihm liegt und bittet seinen Vater auch: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ (Mt.26, 39b)
Nun gehen wir in unseren Gottesdiensten diesen Weg Jesu noch einmal mit. Unser Monatslied greift den Weg mit einem ruhigen 3/4-Takt in einer Molltonart auf. Der wiederkehrende gleiche Anfang jeder Strophe stärkt das Wir, gemeinsam – nicht allein: „Wir gehn hinauf nach Jerusalem“. Er bezieht sich auf denText in Lukas 18, 31: „Siehe, wir gehen hinauf nach
Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist.“
Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist.“
Mit jeder Strophe durchleben wir die verschiedenen Stationen. Wir gehen mit, um den Tod Jesu mitzuerleben. Wir gehen mit und können dem Geschehen ohne Angst beiwohnen, müssen nicht fliehen, wie es die Jünger aus Angst taten. Wir gehen mit und können spüren, wie durch Jesu Opfer „unsere Not vergeht“. Am Ort des Todes Jesu finden wir Klarheit und Wahrheit.
Wir gehn hinauf nach Jerusalem...
Monatslied Februar 2024
+29 Du stellst meine Füße auf weiten Raum
Kennen Sie das auch? Von allen Seiten gibt es Druck: Hast du schon… Kannst du bitte mal… Bist du schon fertig mit…. Morgen muss dann… Es bleibt kein bisschen Luft zum Atmen, wir sind eingeengt und es scheint keinen Ausweg zu geben. In einer ähnlichen Situation befindet sich der Beter des Psalms 31, der unserem Monatslied für den Februar zugrunde liegt. Er schreibt von Feinden, die ihn verfolgen, die Netze nach ihm werfen und Fallen stellen. Er wird verspottet und fällt seinen Nachbarn zur Last. Aber er erkennt, Gott übergibt ihn nicht seinen Feinden, sondern verschafft ihm Raum zum Atmen.
Das Lied stellt diesen wichtigen Satz als Refrain an den Anfang. Die Strophen beschreiben die Enge und Not, in der wir uns oft befinden. Jedoch kehrt sich die bedrückende Situation ins Positive, wenn wir auf Gott vertrauen. „Denn wer ihm glaubt und ihm vertraut, hat auf Fels und nicht auf Sand gebaut.“
Wenn Sie mögen, stellen Sie sich doch mal mit beiden Füßen fest auf den Boden, breiten die Arme aus und atmen tief ein und aus. Können Sie die Weite und den Freiraum um sich spüren?
Januar 2024
EG 66 Jesus ist kommen
Welch ein schwungvolles Lied! Mit Schwung ins Neue Jahr! An die Weihnachtsfeiertage schließt sich die Epiphaniaszeit an, die auch zur Weihnachtszeit gehört. Sie hat in unserem Gesangbuch ein eigenes Kapitel, das mit dem Lied „Jesus ist kommen“ eingeleitet wird. Die Melodie ist im Dreiviertel-Takt verfasst. Wer von Ihnen tanzt, wird sich beim Singen an einen Wiener Walzer erinnert fühlen. Und auch die Tonfolge lädt ein, sich vom Schwung mitnehmen zu lassen.
Dieses Jesus-Lied ist in unserem Gesangbuch mit neun Strophen abgedruckt. Gedichtet wurde es von Johann Ludwig Konrad Allendorf 1736. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, Jesus mit Titeln und Namen zu beschreiben. So schrieb er 23 Strophen, zu jedem Buchstaben des Alphabets eine. Ausnahme waren lediglich X und Y, sowie I und J, die als ein Buchstabe gezählt wurden. Weil 23 Strophen selten gesungen werden, finden wir es nun mit neun Strophen gekürzt vor. Das sind die übrig gebliebenen Attribute:
A nfang, D urchbrecher, E rlöser, F ürste, K önig, O pfer, Q uelle, U rsach, G naden, P anier.
Stimmen wir in diesen schwungvollen Lobgesang ein! Und wenn Sie mögen, tanzen Sie doch dazu!


























































