Impuls für den Sommer

Brot ist Sinnbild für unsere Nahrung. Wenn wir um das tägliche Brot bitten, dann bitten wir für unsere Lebensgrundlage – für uns selber und für die Menschen dieser Erde. Daran erinnert am Erntedanktag der Brotlaib auf dem Altar.

Früchte in einem Korb, Brot, Blumen und Bibel liegen zu Erntedank auf dem Altar
Jesus selbst hat Brot noch umfassender gedacht. Im Johannesevangelium (6,33) sagt er: „Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben.“ 
Wenn das so ist, dann ist das himmlische Brot alles, was für das Leben wichtig ist. Es ist nicht nur die Nahrung für Mund und Magen, sondern auch die Nahrung von Geist und Seele. Gottes lebensbringendes Brot, das uns satt macht – das sind neben der täglichen Nahrung all die Momente meines Lebens, in denen ich auf der Erde dem Himmel ganz nahekomme. Momente, die die Seele erheben, die Freude schenken, die Liebe spüren lassen. 

Die Sommerzeit ist eine besondere Zeit, um Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Zum Beispiel die bunten Farben in der Natur oder das Vogelzwitschern auf der Wiese. Der Blick von einem Berg weit ins Land – oder der pustende Wind an der Küste. Vielleicht die quirlige Lebendigkeit und der Trubel einer Großstadt. Oder es sind Erinnerungen, die schon weit zurückliegen: die Sommer der Kindheit: Endlos breiteten sie sich aus, barfuß lief ich über Gras und Sand. Oder ich tauche ein in die erfrischende Kühle von Kirchräumen, in denen Generationen ihre Glaubensspuren hinterlassen haben und ich merke: Dort bin ich geborgen und gut aufgehoben. Zu anderen Zeiten ist es das Lachen eines Kindes, die Begleitung durch einen nahen Menschen. Vieles erhebt meine Seele und lässt mich die Leichtigkeit des Lebens als eines der Kinder Gottes spüren. Himmlisches Brot kann uns Menschen auf so vielfältige Weise nahekommen. Es 
schenkt Momente, in denen etwas vom Himmel und seiner Freude erfahrbar wird. Solch himmlisches Brot schenkt wahres Leben.
 
Jesus Christus, sagt von sich: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Er ist zu uns auf die Welt gekommen ist, um 
uns an Leib und Seele satt zu machen. Jetzt ist die Zeit, sich speisen zu lassen. Immer und allezeit möchte ich dafür danke sagen – jetzt, wo die Sonne hoch am Himmel steht – und auch dann, wenn die Nächte wieder länger werden. Danke für die vielen Momente, in denen der Himmel auf der Erde spürbar wird. 
Solche Momente wünsche ich Ihnen in dieser Sommerzeit und darüber hinaus.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer 
Dr. Victor vom Hoff