Impuls zu Pfingsten

Pfingsten, dieses dritte große christliche Fest, ist das Fest der leeren Garagen (vielleicht auch: der leeren Fahrradschuppen). Allerorten zieht es die Menschen nach draußen, in die Natur, voller Bewegungsdrang, ein Picknick im Grünen, die schöne Aussicht. Ich finde, das passt wunderbar zum Heiligen Geist, den wir Christenmenschen feiern: Die Geistkraft Gottes bringt Menschen dazu loszufahren. Hinauf aufs Fahrrad, hinauf auf den Berg, am besten zusammen. Die Enge wird aufgesprengt, der Horizont weitet sich.

Woher kommt diese Geistkraft, wie kann man sich die vorstellen? Vom ersten Pfingstfest in Jerusalem wird berichtet, wie sich Feuerzungen auf die Gläubigen legten. Kein Feuer, an dem man sich verbrennt. Sondern Feuerflammen, die es hell machen, die erleuchten, die in Erregung versetzen. Die Menschen waren voll Feuer und Flamme, begeistert und erfüllt von der Kraft des Heiligen Geistes.
Feuerzungen regnet es nicht jeden Tag. Wie wird der Heilige Geist in meinem Leben sichtbar – wie kommt er zu mir?  Jesus sagt dazu (Johannes 14,24):
„Wer mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“
Die Liebe ist das Erkennungszeichen. Da, wo Menschen in der Liebe unterwegs sind, da ist Gott mittendrin: Da nimmt Gott Wohnung bei mir. Da, wo die Liebe zu Gott wohnt: im Einsatz für meinen Nächsten, in der Sorge um die Bewahrung der Schöpfung, in der Freude, in dieser wunderbaren Schöpfung unterwegs zu sein. Und auch im Alltag, da wo ich die vielen kleinen Entscheidungen treffen muss – gerade auch da, wo es gar nicht so einfach ist, den Weg der Liebe zu erkenne, in einer Welt, die Gott oft nicht kennt
Es lohnt sich, immer wieder nach der Liebe Ausschau zu halten. Dann werden Brücken gebaut zwischen Erde und Himmel. Mit meinen Worten und Taten kommt der der himmlische Geist auf die Erde. Gleichzeitig blicke ich auf von der Erde in den Himmel und lasse mich von dort begeistern.
Die pfingstlichen Feuerflammen des ersten Pfingsttags sehe ich dann, wenn ich den Worten von Jesus vertraue. Die Liebe Gottes wird sichtbar, wenn ich mich aufmache, diese Liebe in die Welt zu tragen. Wo ich liebe, da begegnet mir Gottes Geist mitten in meiner kleinen Welt – und die ist dann plötzlich gar nicht mehr so klein.
Pfr. Victor vom Hoff