Vor dem Bau der Erlöserkirche
Geschichte der Erlöserkirche
Im Jahre 1651 hat der Bergsträßer Rezess, der zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kurfürsten von der Pfalz ausgehandelt wurde, festgelegt, dass die einzige Kirche in Seckenheim von der reformierten und katholischen Gemeinde gemeinsam (simultan) benutzt werden soll. Dabei gehörte der Chor der katholischen Gemeinde allein, das Schiff aber wurde gemeinsam in nacheinander folgenden Gottesdiensten benutzt.
Der reformierte Gottesdienst vollzog sich so, dass der Pfarrer von der Kanzel aus den ganzen Gottesdienst hielt. Ein Altartisch wurde jeweils vor die Chorschranken gestellt, der die Bibel trug und als Abendmahltisch der reformierten Gemeinde diente. Dieser Abendmahlstisch stammt wohl aus der Zeit der Erbauung der barocken Kirche 1737 und ist heute noch vorhanden. Er wird in den Abendmahlsgottesdiensten benutzt. Die Einlegearbeiten zeigen das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern.
Auch das heute noch vorhandene Abendmahlsgerät aus dem Jahre1809 stammt aus der Simultankirche.
1929 erhielt die Kirchengemeinde zwei neue Kelche durch eine Stiftung von Marie Luise Seitz geb. Bühler Diese wurden genau nach den bisher gebrauchten angefertigt. Die Arbeiten führte die Firma „Gold und Silberschmied Braun“ in Mannheim zum Preis von 320 RM aus.
2024 wurden nach einer Stimmungsabfrage in der Gemeindeversammlung neue Einzelkelche aus Edelstahl angeschafft, die heute bei den Abendmahlsgottesdiensten normalerweise zum Einsatz kommen.
Das Anwachsen der Einwohner Seckenheims in der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte, dass die Kirche zu klein war. So war die evangelische Gemeinde bemüht, das Simultanverhältnis aufzulösen und eine eigene Kirche zu bauen.
Nachdem an der Hauptstraße das Gasthaus "Zum Karpfen" als Bauplatz erworben werden konnte wurde 1867 ein Plan durch den badischen Kirchenbauinspektor Behaghel vorgelegt. Dieser Plan zeigte einen damals modernen Kirchenbau in gotischer Form.
Der zierliche und zugleich monumentale Entwurf für die Seckenheimer Kirche hätte eigentlich einen anderen Platz verdient, um besser zur Geltung zu kommen. Offensichtlich war aber ein solcher Platz innerhalb Seckenheims nicht zu finden.
Die Grundsteinlegung fand am 6. August 1867 statt.





